Raymond Zoller
Geboren wurde ich vor langen Zeiten in Luxemburg; wuchs auf im
moselfränkischen Dialekt, aus dessen kärglichen Spröde ich mich,
geographisch wie sprachlich, zunächst mal in das saftigere und ergiebigere
Hochdeutsch absetzte, und weiter dann in das noch kräftigere und lebendigere
Russisch.
Zu jenen fernen Zeiten war ich nicht nur jünger als jetzt, sondern auch viel
dümmer. Nicht dumm genug jedoch, als daß ich nicht gemerkt hätte, wie dumm
ich war. Ich zog durch die Welt und verstand kaum, was um mich herum
vorging; das einzige, was ich verstand, war: daß ich nichts verstehe.
Das Bemühen, diesen unhaltbaren Zustand zu überwinden, führte zu einer
gewissen Intensivierung meines Umgangs mit der Sprache; und sehr viel wurde
in all diesen Jahren gesprochen, gelesen und geschrieben.
Meine Biographie ist durch ebendieses Bemühen geprägt und von daher für ein
rein schubladomorphes Denken nur schwer zu fassen.
In den neunziger Jahren lebte ich als freier Publizist und Redakteur in
Moskau; seitdem, mit Unterbrechungen, meist in Tbilissi oder Tiflis
(Georgien).
Wer genaueres wissen will, findet zum Beispiel unter
http://klamurke.com/Soziales/Leben.htm ein kurzes
Streiflicht zu diesem und jenem, was ich in in den Anfängen meiner Zeit in Tbilissi so
trieb.

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